Mission Steuerberaterexamen: Bewahre einen kühlen Kopf

Keine Panik vor der schriftlichen Prüfung

Etwa die Hälfte der Teilnehmer scheitert am schriftlichen Steuerberaterexamen. Angesichts dieser hohen Durchfallquote ist der Respekt groß. Doch keine Panik: Mit guter Vorbereitung, kühlem Kopf und perfektem Prüfungszeitpunkt bist Du der Bestellung zum Steuerberater einen entscheidenden Schritt näher.

Gut Ding braucht Weile: den richtigen Prüfungszeitpunkt festlegen  

Es ist verständlich, dass Du die Prüfung zum Steuerberater so schnell wie möglich absolvieren möchtest. Doch habe ein bisschen Geduld, es zahlt sich aus. Denn je mehr Praxiserfahrung Du besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du erfolgreich bestehst.

Die Statistik spricht diesbezüglich eine klare Sprache: Teilnehmer, die lediglich die mindestens vorausgesetzten Berufsjahre vorweisen können, sind klar im Nachteil.

Vorbereitung zur Steuerberater-Prüfung
Vorbereitung zur Steuerberater-Prüfung

Besonders davon betroffen sind Absolventen eines Wirtschaftsstudiums, die bereits nach zwei Jahren praktischer Tätigkeit zum Examen zugelassen werden. Fest steht also: Überstürze den Gang in die Prüfung nicht und spare Dir so Geld, Zeit und Nerven.

Hohe Durchfallquote: nicht blockieren lassen

Steht Dein Wunschzeitpunkt fest, solltest Du Dich im Rahmen der Vorbereitung nicht von der Durchfallquote aus der Ruhe bringen lassen. Diese war 2018/19 mit 42,5 Prozent nach wie vor hoch. Seit dem Rekordjahr 2016/17 lässt sich jedoch eine stete Besserung feststellen. Damals bestanden insgesamt 58,4 Prozent der Prüflinge das Examen nicht. 

Als Erklärung werden häufig die teils exotischen Aufgabenstellungen genannt. Randgebiete, die für den späteren Kanzleialltag weniger relevant sind, machen oftmals einen großen Teil der Inhalte aus. Zugleich wird der Umfang des Examens kritisiert. Viele Prüflinge haben Probleme, alle Aufgaben in der vorgeschriebenen Bearbeitungszeit von sechs Stunden zu lösen.

Angesichts dieser Herausforderung ist es wichtig, dass Du Dich nicht entmutigen lässt. Gerade in stressigen Phasen vor der Prüfung solltest Du negative Gedanke durch positive ersetzen. Denke nicht an die Prozentzahl der Durchgefallenen, sondern an die noch größere Zahl der erfolgreichen Prüflinge. Diese haben hart gearbeitet und das Examen geschafft, deswegen wirst Du es dank harter Arbeit ebenfalls bestehen. Ein freier Kopf ist das A und O.

Gute Vorbereitung ist Trumpf: Lehrgänge als Chance nutzen

Ob Deine Vorbereitung von Erfolg gekrönt wird, ist größtenteils vom Zeitfaktor abhängig. Ein Lernmarathon in den letzten Monaten führt in der Regel nicht zum gewünschten Ergebnis. Besser aufgestellt sind angehende Prüflinge, die sich etwa eineinhalb Jahre lang für diese Herausforderung rüsten.

Vorbereitungslehrgänge sind ein bewährtes Mittel, um der Fülle an prüfungsrelevantem Stoff Herr zu werden. Da sich sehr viele Anbieter auf dem Markt tummeln, solltest Du Dich vorab intensiv informieren. Je nach Berufserfahrung und Ausbildungshintergrund verfügst Du über unterschiedliches Vorwissen und hast somit differenzierte Anforderungen. Wenn Du Infoabende oder Probestunden nutzt, findest Du den für Dich passenden Lehrgang.

Zugegebenermaßen sind die Kosten von rund 4.000 Euro für einen Kurs nicht gerade gering. Aber es lohnt sich. Denn die Lehrgänge bieten Dir eine kompakte Darstellung der wichtigsten Fachgebiete. Besonders hilfreich sind die meistens in diesem Rahmen angebotenen Probeklausuren, die unter echten Prüfungsbedingungen geschrieben und von erfahrenen Dozenten korrigiert werden. Ein netter Nebeneffekt der Lehrgänge: Du lernst Leidensgenossen kennen und kannst Dich mit diesen austauschen.

Strukturiert vorbereiten: auf einen Lernplan setzen

Die Lehrgänge sind ein bedeutender Bestandteil der Prüfungsvorbereitung. Entscheidend ist aber Dein Engagement. Mit einem Lernplan nimmst Du den umfangreichen Stoff optimal in Angriff. Denn dadurch strukturierst Du die Inhalte und behältst die Übersicht über Deine Lernziele.

Bei der Erstellung solltest Du Dich an Deiner eigenen Aufnahmefähigkeit orientieren und Dir keine unmöglich erreichbaren Meilensteine setzen. Dazu gehört, dass Du genügend Zeit für die Wiederholung des Stoffes und die wohlverdiente Erholung einplanst. Auch ein Puffer für unvorhergesehene Ereignisse darf nicht fehlen.

Hast Du einen Lernplan erstellt, solltest Du Dich strikt daran halten. Ansonsten ist das Frustrationspotenzial groß. Wie Dir das gelingt, kannst Du beispielsweise mit Kollegen besprechen, die das Steuerberaterexamen bereits erfolgreich bestanden haben.

Fazit

Die schlechte Nachricht: Das Steuerberaterexamen gilt nicht ohne Grund als eine der anspruchsvollsten Prüfungen Deutschlands. Die gute Nachricht: Mit richtiger Vorbereitung, kühlem Kopf und dem perfektem Prüfungszeitpunkt meisterst Du diese Herkulesaufgabe. So steht Deinem Traum von der eigenen Kanzlei nichts mehr im Wege.

-
Philipp Katzschmann
Philipp Katzschmann

Philipp Katzschmann, Redakteur Steuerberaterseite.de

.