Employer Branding: Talente erfolgreich gewinnen

Teil 1: Vorteile und Basis des Personalmarketings

Schwerer zu finden als die Stecknadel im Heuhaufen: der passende Mitarbeiter. Darum müssen Sie sich als Steuerberater heutzutage richtig ins Zeug legen. Eine Stellenanzeige schalten und dann warten – das reicht bei Weitem nicht mehr aus. Umso wichtiger wird das Thema Employer Branding für Sie.

Employer Branding – was ist das überhaupt?

Grob gesagt geht es darum, dass sich Ihre Kanzlei eine gute Position im Rennen um die besten Köpfe sichert und diese langfristig hält. Employer Branding – auch Personal- oder Arbeitgebermarketing genannt – hilft Ihnen bei der Positionierung und Präsentation als interessanter Arbeitgeber.

Dadurch entwickeln Sie eine starke Anziehungskraft auf Bewerber. Auch bestehende Beschäftigte identifizieren sich so besser mit Ihrer Kanzlei und bleiben dadurch länger Teil des Teams. Für Sie als Steuerberater bedeutet ein erfolgreiches Employer Branding: Sie beschleunigen Ihr Recruiting und ersparen sich die regelmäßige zeit- und kostenintensive Suche nach passenden Mitarbeitern sogar (fast) vollständig.

Vorteile des Employer Brandings auf einen Blick

  • Weckt die Aufmerksamkeit geeigneter Fachkräfte
  • Zieht Mitarbeiter an, die zu Ihrem Kanzlei-Team passen
  • Erhöht die Attraktivität Ihrer Kanzlei als Arbeitgeber
  • Senkt den Aufwand für die Personalsuche – zeitlich und finanziell
  • Steigert die Loyalität Ihrer Kanzlei-Mitarbeiter

Wie Sie mit externer und interner Kommunikation punkten

Von sämtlichen Vorteilen des Employer Brandings profitiert Ihre Steuerkanzlei, wenn Sie sowohl nach außen als auch nach innen kommunizieren. Intern ist dabei das Ziel: Ihre Mitarbeiter durch unterschiedliche Maßnahmen ansprechen und dadurch ihre Anforderungen erfüllen. So fördern Sie auch die Loyalität der Fachkräfte zur Kanzlei. Extern richten Sie sich auf verschiedenen Kanälen an interessante Talente. Gleichzeitig erreichen Sie auf diesem Weg genauso Ihre aktuellen Mitarbeiter.

Für die externe Kommunikation ist die eigene Webseite entscheidend. Ergänzend hinzu kommt der Social Media-Bereich. Welche Kanäle Sie nutzen, hängt von den zeitlichen und personellen Ressourcen ab. Außerdem spielen Ihre persönlichen Vorlieben eine Rolle. Als vielversprechende Offline-Maßnahmen bieten sich zusätzlich Stellenanzeigen, Pressearbeit und Veranstaltungen an.

Interne Kommunikationsmaßnahmen werden stark durch die Kanzleigröße beeinflusst. Der Nutzen eines Newsletters oder eines Mitarbeitermagazins zeigt sich vor allem in größeren Kanzleien. In kleineren Praxen lassen sich viele Informationen im persönlichen Gespräch übermitteln. Egal, wie viele Fachkräfte Sie haben: ein Mitarbeiterhandbuch mit allen wichtigen Angaben wirkt sich positiv aus. Hinzu kommen natürlich Maßnahmen, die das Miteinander fördern und dabei die Bedürfnisse der Beschäftigten einbeziehen.

Mit Soft Facts zum Markenkern

Wenn die Persönlichkeit Ihrer Kanzlei stimmt, bewerben sich Interessenten und Mitarbeiter bleiben lange. Wie der Charakter wahrgenommen wird, können Sie durch Personalmarketing beeinflussen. Der Zweck: einen Markenkern entwickeln. Denn jede Kanzlei hat ihre Besonderheiten und kann mit ebendiesen punkten. Um Alleinstellungsmerkmale aufzuzeigen, müssen Sie neben Hard Facts vor allem Soft Facts hervorheben.

Zu diesen zählt Ihre unternehmerische Vision genauso wie das Leitbild oder die Ziele Ihrer Kanzlei. Wohin soll sich diese entwickeln? Welche Mandanten sollen von Ihnen angesprochen werden? Was bewegt Sie als Kanzleiinhaber? Nur wer sich hiermit identifizieren kann, wird sich langfristig als Teil Ihres Teams sehen und zu dessen Erfolg entsprechend beitragen können und wollen.

Ob eher klassisch oder leger – eine starke Wirkung im Employer Branding hat zudem das Image der Steuerkanzlei. Gut erkennbar und einheitlich sollte Ihre Kanzlei dies über alle Kanäle ausstrahlen. Denn nur so gelingt es, die Aufmerksamkeit der passenden Kandidaten zu wecken. Mit regelmäßig eingeholtem Feedback können Sie darüber hinaus mögliche Abweichungen zwischen der eigenen und fremden Wahrnehmung aufdecken.

Beispiel aus der Praxis: Was eine Kanzlei besonders macht

Festes Team-Mitglied einer Berliner Steuerkanzlei ist der Kanzleihund Resi. Groß, schwarz und mit treuem Blick begrüßt die Hundedame die Besucher bereits auf der Kanzlei-Webseite. Und auch in allen anderen Medien der Kanzlei ist Resi mit von der Partie. Charmant gewinnt sie damit Sympathien – vor allem bei Kandidaten, die Hundefreunde sind.

Was Mitarbeiter wollen

Der „Wohlfühlfaktor“ wird für Fachkräfte immer wichtiger, aber gleichzeitig muss das Gesamtpaket stimmen. An erster Stelle steht dabei ein Gehalt, das den jeweiligen Vorstellungen entspricht. Auch auf eine moderne Büroausstattung wollen Mitarbeiter nicht verzichten. Hinzu kommen Zusatzleistungen wie kostenlose Getränke, frisches Obst, Sportangebote, Fortbildungen und Team-Events.

Ein Thema, das immer mehr Arbeitnehmer bewegt, ist auch der Wunsch nach mehr Flexibilität – Stichwort: Home-Office. Folglich können Sie Bewerber überzeugen, indem Sie Ihnen einen Arbeitsplatz zuhause ermöglichen.

Martina Schäfer - Kanzleiberaterin

Martina Schäfer ist Geschäftsführerin von FINIS Kommunikation und Spezialistin für Employer Branding. Sie verfügt über umfassendes Wissen im Marketing für Steuerberater. Außerdem ist die Diplom-Kauffrau Autorin mehrerer Bücher. (www.finis-kommunikation.de/martina-schaefer/)

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3-teilige Serie: „Employer Branding“

Die richtigen Mitarbeiter finden und binden – das wird auch für Steuerkanzleien immer schwieriger. Mit einer einzigen Maßnahme sind Sie im Rennen um die besten Köpfe einen Schritt voraus: Employer Branding.

 Teil 1: Talente erfolgreich gewinnen

 Teil 2: Interessenten online überzeugen

 Teil 3: Offline bei Bewerbern und Mitarbeitern punkten